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Sammywuff

Adminette

Registrierungsdatum: 24. Mai 2011

Beiträge: 849

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Samstag, 5. Mai 2012, 19:40

Spiegelreflexkameras zu viele Einstellungsmöglichkeiten? Manueller Modus

Jeder, der sich erstmals mit einer Spiegelreflexkamera befasst, wird als erstes denken: Oh Gott, das schaff ich nie. Aberso schwer ist es eigentlich gar nicht.
Klar kann man anfangs einfach nur im Automatikmodus herumknipsen, aber man stößt dann doch sehr bald an seine Grenzen und ist unzufrieden mit dem Ergebnis. So war es bei mir auch.

Aber wie funktioniert das jetzt mit dem Zusammenspiel von Blende, Belichtungszeit und ISO-Zahl?

Was bewirken diese Funktionen überhaupt?

Die Blende

Sie bestimmt den Schärfebereich im Bild.
Das Verteufelte dabei: Man muss wissen, dass eine große Blendenzahl (z.B. 13) eine geringe Blendenöffnung bedeutet.
Und eine kleine Blendenzahl (z.B. 3) eine sehr große Blendenöffnung.
U'nd was heißt das jetzt?
Man stelle sich vor, ein Bild ist dreidimensional in vielen Schichten aufgebaut.
Hat man eine Menschenreihe, die sich hintereinander positioniert haben, und man möchte alle Gesichter knackig scharf haben, dann muss man eine sehr kleine Blende, also z.B. Blendenzahl 13 (man spricht hier dann auch vom Abblenden) wählen.
Würde man mit Blendenzahl 3 arbeiten, würde allenfalls der erst Kopf scharf, die andern würden von Kopf zu Kopf nach hinten hin immer unschärfer.
Problem dabei ist, eine kleine Blende hat weniger Lichtduchlass und so muss man durch andere Funktionen wie z.B. die Belichtungszeit versuchen, mehr Licht einzufangen.

Die Belichtungszeit

Dabei kommt es auch immer drauf an, was man fotografieren möchte. Wobei dieser Teil ein wenig logischer ist.
Man kann die Belichtung auf mehrere Sekunden einstellen oder bis zu einer 1/4000 Sekunde verkürzen.
Was bringt das?
nun, je länger man belichtet, desto mehr Licht bzw. länger, kann das Licht durch die Linse einfallen. Hat man also wie oben eine kleine Blende gewählt (Blendenzahl 13), dann muss man die Belichtungszeit länger wählen, als wenn man die Blende weit offen hat. (dann würde das Bild womöglich überbelichtet.)
Nun muss man nur noch bedenken, was man vor der Linse hat. Ein sich bewegendes objekt wie z.B. einen tobenden Hund oder ein starres Objekt, wie z.B. ein Haus.
ein Haus kann man mit einer Belichtungszeit von 1/60 Sek. ohne Verwacklung freihand noch scharf hinbekommen.

Bei einem rennenden Hund braucht man da schon mind. 1/800 besser 1/1000 oder noch mehr. Sonst haben wir hinterher einen verschwommenen Hund auf dem Bild durch die sogenannte Bewegungsunschärfe. Wenn die Sonne scheint, ist das auch kein Problem. Nur wenn es bewölkt und dunkler ist, dann werden die Bilder wohl zu dunkel.

Aber wir haben ja noch eine Möglichkeit

Die ISO

die ISO ist das, womit früher die Lichtempfindlichkeit eines Films bemessen wurde.
Die meisten Filme hatten ISO 200 oder 400 (für Innenaufnahmen)

Bei der DSLR ist das auch so, nur gibt es 100, 200, 400, 800, 1600, 3200 und bei vielen mittlerweile auch 6400 (damit kann man quasi im Dunkeln noch tageshelle Bilder hinbekommen)
Allerdings sollte man die Iso so niedrig wie möglich halten, sonst leidet die Bidlquali schon arg bei 3200 z.B. ist ein je nach Kameratyp ein starkes Rauschen auf den Bildern. Der hintergrund ist nicht mehr so schön glatt und unscharf, sondern es sieht ein wenig pixeliger aus.


Kommen wir also noch mal zu dem Flitzenden Hund zurück. Der Hund läuft im Schatten, wird nicht direkt von der Sonne angestrahlt. Der Hund läuft schnell, und wir brauchen eine Belichtungszeit von mind. 1/1000 sek. Die Blende haben wir bei 6.3 auf einen halbwegs ausreichenden Schärfebereich (Der Kopf sollte damit scharf sein, während der Rest des Körpers shcon langsam unschärfer wird.)
Aber das Bild wird trotzdem viel zu dunkel. Die ISO stand auf 200. Im Sucher der Kamera kann man auch immer einen Belichtungspegel sehen, dieser sollte sich immer im Mittleren Bereich befinden. Stellen wir die ISO auf 400 wird das Bidl schon heller, aber die Augen erkennt man immer noch nicht gut. Erst bei ISO 800 ist der Beichtugnspegel im Mittleren Bereich und der Hund gut ausgeleuchtet.


Wie soll ein Anfänger damit klar kommen? Ausprobieren. :D Und am Anfang am besten bei gutem Licht, also Sonnig.
Ich würde anfangs die Blende immer so zwischen 4 und 6.3 belassen, solange man mit dem KIT Objektiv arbeitet.
Und dann halt die ISO bei Sonnenschein immer auf 100 stehen lassen. Ist das Objekt (ein Baum, eine dunkle Bank) allerdings eher dunkel, kann man auch bei ISO 200 anfangen.
Und dann wird über die Belichtungszeit ausprobiert, wann das Bild am besten ausgeleuchtet ist.

Meine Erfahrungen sind, bei strahlendem Sonnenschein gen Himmel oder Helle Blüten zu fotografieren. ISO 100, Blende 5.6 Belichtung 1/500 oder noch kürzer.
Hat man immer noch Sonnenschein, aber das Objekt ist dunkel (dunkle Blätter, dunkler ruhig sitzender Hund) ISO 100 Blende 5.6 Belichtung 1/250 (oder die ISO mal auf 200 rauf).
TIPP: beim Anfokussieren (Auslöser halb gedrückt halten, im Sucher schauen, wo der Belichtungsregler steht, steht er ganz links, ist das Bild definitiv zu dunkel. Er sollte nicht weiter als 2 Punkte von der Mitte verschoben sein. Und das ist dann auch Geschmacksache.
Und dann sollte man mehrere Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen ausprobieren. Verschiedene Belichtungszeiten oder auch mal die Blende variieren.




So viel erst mal, ich werd das noch mal weiter bearbeiten.























Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du oh Mensch sei Sünde,
mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde
Franz von Assisi
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  • Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Sammywuff« (5. Mai 2012, 19:59)

Karuso

Schüler

Registrierungsdatum: 4. Mai 2012

Beiträge: 85

2

Samstag, 5. Mai 2012, 19:59

SUPER... hochklatsch
das ist ja Idiotensicher erklärt - das hab sogar ich jetzt verstanden! :totlach:
Danke für deine Mühe, ich werde nun ganz sicher anfangen mehr mit der Kamera rumzutüftel.

Freue mich schon richtig darauf...
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